Baustoffe bei 1500 m Wassertiefe

wasserbau_1 Wie verhalten sich Abdichtungsstoffe bei einem Druck von 150 bar? Bei den Detailplanungen meines vollmundig angekündigten Abdichtungskonzeptes, bin ich auf eine bislang nicht bedachte Herausforderung gestoßen. Für die Abdichtung von Wassereinbrüchen verwendet man seit dem Beginn der 1990er Jahre ein schnell reagierendes Kunstharz zum Verschließen der undichten Stellen. Dabei werden die Reaktionskomponenten getrennt in Schläuchen oder Rohren gepumpt. Kurz vor der Fehlstelle erfolgt die Mischung der Medien und eine chemische Reaktion die zu einem Aushärten des Materials führt, beginnt. Ein durchgeführter Versuch in einem Überdrucksystem (Autoklav) hat jedoch gezeigt, dass ab einem Druck von ca. 120 bar,  keine chemische Reaktion stattfindet.

Im Golf von Mexiko befindet sich das Bohrloch in einer Tiefe von 1.500 Metern und somit außerhalb des Bereichs für die Rahmenbedingungen dieser chemischen Reaktion. Das erklärt letztlich auch warum die Aktion “Topkill” nicht zum erwünschten Erfolg geführt hat.

Die Herausforderung lautet daher: Wie kann eine chemische Reaktion von Polyurethan oder einem vergleichbaren Stoff bei einem Druck von 150 bar stattfinden. Variante 2: Gibt es bisher nicht angedachte Stoffe, die überhaupt erst unter sehr hohen Drücken Festigkeiten entwickeln und gezielt (Injektionsverfahren) eingesetzt werden können.

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